Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Varel ist offenbar in großer Sorge um die Einsatzbereitschaft der drei Ortswehren Varel, Obenstrohe und Borgstede-Winkelsheide. Das bringen die drei Ortsbrandmeister und der stellvertretende Stadtbrandmeister Bernd Franz in einem Schreiben an Bürgermeister und Rat, das dem Blog für Varel vorliegt, zum Ausdruck.
Bereits jetzt sei die Einsatzbereitschaft am Tage – dann sind viele Wehrleute teilweise auch außerhalb beruflich gebunden – bei den Ortswehren Varel und Obenstrohe gerade noch erreichbar. In Borgstede-Winkelsheide ist die Lage derzeit noch entspannter. Doch auch hier sei vor dem Hintergrund der absehbaren demographischen Veränderungen – Einwohnerrückgang und Alterung – in Zukunft mit Schwierigkeiten zu rechnen.
Die Brandmeister führen aus, dass neben den Kräften aus der eigenen Jugendarbeit künftig verstärkt um “externe Einsteiger” geworben werden muss. Um die Motivation der Bürger für den Dienst bei der Feuerwehr zu erhöhen, wünscht man sich daher für die Zukunft eine ganze Reihe von Vergünstigungen für die Wehrleute und ihre Familien.
Im Einzelnen geht es um…
- freien Eintritt in Hallen- und Quellbad sowie zum Badestrand Dangast,
- freie Nutzung der Stadtbibliothek,
- die Erstattung der Kosten für Deutsches Sportabzeichen und Rettungsschwimmabzeichen,
- einen Zuschuss zur Kindergartengebühr von 50 Prozent – auch in nicht städtischen Einrichtungen -,
- einen Zuschuss von 50 Prozent für die Mitgliedschaft in einem Fitness-Center
- sowie eine Erhöhung der Aufwandsentschädigung.
Zur Untermauerung der Ansprüche wird auf andere Gemeinden verwiesen, in denen neben den genannten Vergünstigungen zusätzlich auf die Erhebung der Grundsteuer für die Wohnimmobilien der Wehrleute verzichtet werde.
Die Feuerwehr macht in dem Schreiben deutlich, dass man die Vergünstigungen auch im Hinblick auf die immer wichtigere körperliche Fitness der Wehrleute ausgewählt habe. Regelmäßiger Sport ist eine unbedingte Voraussetzung vor allem für Atemschutzgeräteträger.
Aus Sicht der Wehrleute handelt es sich bei den Vergünstigungen nicht um eine zusätzliche Entlohnung. Vielmehr hält man diese “Wertschätzung” für notwendig, um die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr aufrecht erhalten zu können.
Bürgermeister Gerd-Christian Wagner erklärt dazu auf Nachfrage, dass er grundsätzlich Verständnis für die Wünsche der Wehrleute habe. Vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltssituation, kommt das Begehren allerdings zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Nach überschlägigen Rechnungen geht man im Rathaus von jährlichen Kosten deutlich über 50.000 Euro aus.
Hinzu kämen Aufwendungen für Deutsches Rotes Kreis, Johanniter Unfallhilfe, die Rettungsschwimmer in der DLRG und weitere Organisationen die schließlich ähnliche Leistungen wie die Feuerwehren erbringen und kaum von den Vergünstigungen ausgenommen werden könnten.
Der Bürgermeister kann sich jedoch vorstellen, das Thema auf die Landkreisebene zu heben und gemeinsam mit den Nachbarkommunen an einem Gesamtkonzept zur Stärkung des Ehrenamtes zu arbeiten. Das könne zum Beispiel in einer Ehrenamts-Karte münden, wie es sie etwa in Wilhelmshaven schon gibt.


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