Tatort: Friesland an der Ems?
Ob der Tatort vom vergangenen Sonntag etwas taugte, sei einmal dahin gestellt. Eine profilierte Tatort-Kritikerin zumindest fand ihn dämlich. Er hatte trotzdem gute Quoten. Uns hier auf dem Varelblog-Sofa hat es jedenfalls großen Spaß gemacht, ihn live zu kommentieren. Da wollen wir mal nicht meckern.
Über einen Aspekt jedoch haben nicht nur wir uns geärgert: Die regionale Ignoranz der Tatort-Macher beim NDR.
Dass es für Charlotte nur drei Schritte vom – real existierenden Gasthof Jabben in Bollenhagen – bis ins 30 Kilometer entfernte Volsum – alias Bockhorn – war: geschenkt!
Aber wieso fallen mitten im oldenburgischen Friesland Waffen in die über 70 Kilometer entfernte ostfriesische Ems. Wieso liegt die Wehde plötzlich in unmittelbarer Nachbarschaft zur niederländischen Grenze. Wieso wird ausgerechnet Flensburger Bier getrunken? (Warum nicht gleich Paulaner?) Warum quatschen diese ach so authentischen Eingeboren alle so viel? Und dann auch noch piekfeines Hochdeutsch?
Ich finde, der NDR sollte sich entscheiden. Entweder er dreht seinen Tatort in der Region. Dann aber bitte nicht irgendwie pseudo-nordwestdeutsch, sondern unter Berücksichtigung wesentlicher räumlicher und kultureller Zusammenhänge. Oder er bleibt halt in Hannover. Das spart wahrscheinlich auch Gebühren.


Kommentare (3)
bleibt noch festzuhalten: das wildschwein stammte aus dem ammerland. ansonsten teile ich deine kritik voll und ganz. wenn man die niedersachsen-tatorte mit südlicheren produktionen vergleicht – und auch in kiel kommt mehr rüber als hier. da weiß man doch gleich wieder, warum man als oldenburger nicht zu hannover gehören will. wirklich schade.
Ich schaue selten tatort, doch war das der weitaus schlechteste den ich je gesehen habe. Die Dialoge waren schlecht, die Schauspielerische Leistung auch, von der Umgebung sah man so gut wie nix… Zudem war die Story MEGAschlecht. Vom Unfall, der mit einem Mord verbunden wurde, über eine verwirrende Zeit einer Kommissarin, die im Emsland ermittelt, aus Hannover kommt und einen Polizeiwagen aus Friesland fährt. GRRRRR… Später wurde alles nur noch schlimmer. Erst war es der Eine, dann der Andere, dann doch der Eine, dann der Andere usw. Einen Spannungsbogen kann man auch anders setzten. Und nicht zu guter letzt, eine Entführung des eigenen Kindes, (dass zufällig von dem Mitbewohner der Kommissarin mit zum Einsatzort gebracht wurde,) dass nur durch einen LKW eines Gemüsebetriebes, der voll mit Haschisch war, wieder frei gelassen werden sollte. Und dann war der Retter zufälliger Weise am Übergabeort… grrr… woher wusste er davon? (ist mir wohl entgangen)… Ganz ganz schlecht. Und dann war Bockhorn der Hauptdrehort… warum gerade Bockhorn… das war völlog überflüssig. Es gibt wesentlich schönere Orte in Friesland. Enno Oetken freut sich zwar, dass die Polizei in seinem ehemaligen Laden einzog (seit wann ist eine Polizeiwache in einem Laden… und dann auch noch die Farben, dunkelgrün… ganz schlecht) , man sah es an einem Plakat von Enno, dass nicht entfernt wurde.
Die Verantwortlichen vom NDR hätten mehr FRIESLAND, mehr STORY, mehr GUTE SCHAUSPIELKUNST einsetzten können… SCHADE drumm!
Ich habe den Tatort zwar nicht gesehen, aber als Exil-Friese lege ich auch Wert auf eine korrekte Darstellung der Region. Schade, dass Friesland bei dieser Folge so schlecht abgeschnitten hat!