Was wir anders machen: Pressemitteilungen

Geschrieben von Djure Meinen am 3. Februar 2010 in Varel 2.0
Leser: 85

Der Pressesprecher des Landkreises Friesland – Sönke Klug – schreibt ordentliche Texte. Für die Zeitungsredaktionen im Landkreis ist das durchaus praktisch. Mit ein paar Mausklicks werden aus Klugs Pressemitteilungen günstig produzierte (Online-)Meldungen.

Natürlich machen wir das hier im Varelblog genauso. Mit einem kleinen Unterschied. Statt ein paar Wörter oder einen Satz umzustellen, übernehmen wir Klugs Texte, wie sie sind und verweisen per Link auf die Quelle. Letztlich könnten wir sogar – wie hier – ganz auf die Übernahme des Textes verzichten. Schließlich sind im Internet die relevanten Informationen per Link nur einen Klick entfernt.

Wer nun glaubt, ich wolle mit dem Hinweis auf diesen Unterschied, eine Kritik verbinden, sei beruhigt. Das aufgezeigte Vorgehen von NWZ und Friebo ist seit Jahrzehnten geübte Praxis, besonders in Lokalredaktionen. Die Leser honorierten es sogar überwiegend, auf diese Weise ein wenig “angeflunkert” zu werden.

Ich finde aber auch, dass jeder um diese – bei NWZ und Friebo übrigens sparsam eingesetzte – Praxis wissen sollte. Zudem sei die Frage erlaubt, ob es im Bereich online nicht an der Zeit ist, die Leser an eine neue Praxis, nämlich zu verlinken statt neu zu schreiben, zu gewöhnen.

Die Zeit für das Umschreiben von Pressemitteilungen kann man mittelfristig sicher sinnvoller, etwa für Hintergrundrecherche einsetzen.

Kommentare

  1. Nils A. sagt:

    Hmm, also ich fand den varelblog.de Link gerade in der NWZ-online… Ist vielleicht der Vorführeffekt ;-) Aber ich werde das mal weiter verfolgen hier und vielleicht auch für den einen oder anderen Kommentar gut sein…

  2. Djure Meinen sagt:

    @Nils: Hihi. Ja! Aber der Fall ist ja leicht anders gelagert. Wenn die NWZ explizit auf Online-Angebote hinweist, verlinkt sie schon seit längerem per – online sogar aktivem – Link. Die gern und oft gescholtene NWZ ist an vielen Stellen besser als ihr Ruf. Gerade auch im Vergleich zu anderen Blättern.

  3. Michatz sagt:

    Auch wenn ich den subtilen Vorwurf, der ja schon in der Vokabel “anflunkern” mitschwingt, zurückweisen möchte – denn schon z.B. durch die Formulierung “heißt es in einer Mitteilung des Landkreises” wird ja durchaus deutlich gemacht, dass hier in erster Linie zitiert wird –, will ich dem Autor durchaus insofern Recht geben, als dass dem Informationsbedürfnis des geneigten Lesers in diesem (einfachen) Fall auch mit einem Satz genüge getan wird und online ein Link natürlich die schnellste wie einfachste Lösung zur Verbreitung der PM darstellt.
    Heute also so: http://bit.ly/8XzfZi

    Nichtsdestotrotz will – oder muss? – ich doch eine Lanze brechen für die Arbeit in den Redaktionen, die doch natürlich Informationen annehmen, sichten, auf ihren Wahrheits- und Informationsgehalt überprüfen, lesbar machen, ggfs. kürzen, einordnen, und zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle wiedergeben sollten.
    Was alles, das sei zugegeben, in diesem Zusammenhang nicht notwendig war/ist.

  4. Djure Meinen sagt:

    @Michatz: Nichts läge mir ferner als die Arbeit von (guten) Lokalredaktionen gering zu schätzen. Und ich gehöre bekanntlich zu denen, die besonders die Arbeit der NWZ in Varel – und die des Friebo sowieso – regelmäßig lobend hervorheben.
    Dazu vielleicht nur mal ein Vergleich von WAZ Bochum und dem Gemeinnützigen von heute. Der Lokalteil der WAZ umfasst gerade einmal 6 Seiten. Der Gemeinnützige bringt es bei etwas kleinerem Format auf ebenfalls 6 Seiten. Dazu muss man wissen, dass Bochum 380.000, Varel und die Wehde aber nur 40.000 Einwohner haben. Und in manchen Berliner Bezirken wie Zehlendorf mit fast 300.000 Einwohnern gibt es erst gar keinen wahrnehmbaren Lokaljournalismus.

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