Als Gotteskrieger in den Schulstrukturkrieg
Wir wollen den Lesern des Varelblogs nicht vorenthalten, mit was für einem gefährlichen Individuum sie es bei dem Herausgeber dieser Seiten zu tun haben. Bekanntlich setzt er sich als gesetzlicher Vertreter für das Volksbegehren für gute Schulen ein.
Wie der Philologenverband Niedersachsen jetzt festgestellt hat, handelt es ich bei diesem Volksbegehren jedoch keineswegs um die legitime Nutzung eines demokratisch verbrieften Rechts. Vielmehr ist es ein von Gotteskriegern zur Täuschung angelegter Kreuzzug im Schulstrukturkrieg für das totalitäre Endziel Einheitsschule und die endgültige Niederwerfung des Gymnasiums.
Damit sich jeder ein eigenes Bild von der ideologischen Verblendung des kompromisslosen Gesamtschulanhängers Djure Meinen machen kann, geben wir die Pressemeldung des Philologenverbandes mit den Zitaten des Vorsitzenden Horst Audritz hier vollständig wieder:
Philologenverband warnt vor bundesweitem “Schulstrukturkrieg”
Ohne Existenzgarantie für ein funktionsfähiges Gymnasium gibt es keinen Schulfrieden
“Schüler werden nicht klüger durch Änderung von Schulstrukturen, sondern durch besseren Unterricht in kleineren Klassen”
Täuschungsmanöver Volksbegehren in Wahrheit Schritt auf dem Weg zur Einheitsschule für alle
Vor einem erneuten Aufflammen eines bundesweiten Schulstrukturkrieges gegen das Gymnasium und das gegliederte Schulwesen hat der Philologenverband Niedersachsen gewarnt. So wolle die SPD nach den im Mai anstehenden Wahlen in Nordrhein-Westfalen ihre schulpolitischen Pläne zusammen mit den Grünen und der Linkspartei durchsetzen, Gymnasien, Realschulen und Hauptschulen schrittweise abzuschaffen und durch eine Zwangs-Einheitsschule ersetzen, womit auch das Recht der Eltern, eine geeignete Schule für ihre Kinder auszuwählen, beseitigt würde.
Genau das gleiche planten diese Parteien auch in anderen Bundesländern, so auch in Niedersachsen, betonte der Vorsitzende des Philologenverbandes, Horst Audritz. In ihrem schulpolitischen Programm “Zukunft der Bildung” sage die niedersächsische SPD unmissverständlich, dass das gegliederte Schulwesen keine Perspektive für unsere Jugend bieten könne. Daher gelte es, “das gegliederte Schulwesen zu überwinden.”
Solange diese durch keinerlei Leistungsvergleiche zu rechtfertigende totalitäre Zielsetzung bestehe, sei kein Schulfrieden möglich, unterstrich Audritz. Dieser sei nur zu erreichen, wenn im Rahmen einer wie immer gearteten Schulstruktur Wahlmöglichkeiten für die Eltern bestehen blieben und ein voll funktionsfähiges, gegenüber anderen Schulformen nicht benachteiligtes Gymnasium garantiert werde. Dies entspreche auch, wie alle diesbezüglichen Umfragen deutlich zeigten, dem Willen der großen Mehrheit der Bevölkerung.
Im Übrigen seien Kreuzzüge für die angeblich allein selig machende Einheitsschule das letzte, was wir jetzt gebrauchen könnten, so Audritz. Schüler würden nicht klüger durch ein Herumexperimentieren an Schulstrukturen, sondern durch besseren Unterricht in kleineren Klassen, betonte der Vorsitzende des Philologenverbandes.
Da die “Gotteskrieger” für die Einheitsschule genau wüssten, dass sie nur eine kleine Minderheit für ihr schulpolitisches Endziel gewinnen könnten, versuchten sie die Bevölkerung zu täuschen, beziehungsweise ihre Absichten in kleinen Schritten zu verwirklichen. Als einen solchen Schritt bezeichnete Audritz das jetzt in Niedersachsen inszenierte Volksbegehren, bei dem es angeblich um “gute Schulen”, in Wahrheit aber nur um mehr Gesamtschulen als einen Zwischenschritt auf dem Wege zur Einheitsschule für alle gehe. Das ergebe sich schon daraus, dass die Initiatoren des Volksbegehrens ausnahmslos dem Lager der kompromisslosen Gesamtschulanhänger angehörten. Im Übrigen könne allein schon angesichts der Tatsache, dass die Hauptforderung, Gesamtschulen auch mit vier und drei Parallelklassen einzurichten, wörtlich aus dem SPD-Papier “Zukunft der Bildung in Niedersachsen” vom Frühjahr 2009 übernommen worden sei, die Behauptung von der “Überparteilichkeit” des Volksbegehrens nur als plumpe Volksverdummung bezeichnet werden.
Audritz warnte in diesem Zusammenhang auch einige CDU-Politiker davor, sich zu Helfershelfern einer schrittweisen Demontage des Gymnasiums zu machen. In mehreren Bundesländern sei gegenwärtig zu beobachten, wie die CDU die Schulpolitik linken Ideologen als Spielwiese überlasse. Dass dies ein katastrophaler Fehler sei, der die CDU in eine existentielle Krise führen könne, werde gegenwärtig in Hamburg sichtbar. Dies könne auch eine Warnung für einige CDU-Politiker in Niedersachsen sein, die sich aus Naivität oder politischem Kalkül vor den Karren der Einheitsschulpropagandisten spannen ließen.
Hannover, 03.03.2010
(Hervorhebungen durch das Varelblog).
Übrigens: Der Vorsitzende des Philologenverbandes Horst Audritz ist Lehrer an einem Gymnasium für die Fächer Deutsch und Politik/Wirtschaft. Eine Recherche bei Google legt nahe, dass er als Schöpfer des Wortes Schulstrukturkrieg in die Geschichte der deutschen Sprache eingehen dürfte.
In diesem Zusammenhang sei die Lektüre dieses Abschnitts des Artikels Neologismus bei Wikipedia ans Herz gelegt. Wie wäre es denn da, wenn die Kollegen Philologen Herrn Audritz für das Wort des Jahres vorschlagen.
Nachtrag: Inzwischen hat sich auch die SPD-Fraktion im Landtag zu Wort gemeldet.

