Bahnausbau: Züge? Welche Züge?
Die spannendsten Dinge stehen manchmal ganz versteckt in den Artikeln der Zeitungen herum. So auch gestern in der NWZ unter dem Titel Streit um Zeitplan und Kosten. Eigentlich geht um die Kritik von SPD und Grünen an den Fehlern der Landesregierung beim Bau des Jade-Weser-Ports. Nicht besonders spannend, weil zwar richtig, aber nicht wirklich neu.
Das spannende an dem Artikel steckt in der Reaktion des Wirtschaftsminister Bode. Der wird nämlich wie folgt wiedergegeben:
“Laut Bode sollen die Kapazitäten der Bahnstrecke vor Fertigstellung des Lärmschutzes nicht über das heute zulässige Maß hinaus erhöht werden.”
Hmm. Was soll das nun wieder heißen?
Ganz offensichtlich will Bode die Bürger beruhigen – wohl vor allem die Oldenburger und vielleicht auch die Sander. Bürger, die wegen planerischer und finanzieller Pannen auch nach der Eröffnung des Hafens und der Fertigstellung der Zweigleisigkeit vorerst keinen Lärmschutz bekommen werden.
An dieser Front für Ruhe zu sorgen, ist auch bitter nötig. Immerhin klagen die Oldenburger gegen die aktuellen Baumaßnahmen, gerade weil sie mit einer massiven Erhöhung des Güterverkehrs rechnen.
Aber wie kommt Bode zu dieser Aussage?
- Glaubt er nicht an den Erfolg des Hafens? Dann würden in der Tat nicht viele zusätzliche Züge fahren. Aber warum bauen wir dann überhaupt zweigleisig?
- Will er den Hinterlandverkehr erst mal über die Straße abwickeln? Der Protest der Straßenanlieger ist ihm dann gewiss?
- Oder ist der Terminus “das heute zulässige Maß” am Ende gar keine große Einschränkung, weil schon nach aktuellem Genehmigungszustand sehr viel mehr Züge fahren könnten, als in der Vergangenheit? Die Bahnanlieger sollten dann wohl froh sein, dass es bislang so schön leise war. Immerhin war mehr Lärm längst erlaubt.
Aber ach. Vielleicht hat Herr Bode den Satz auch einfach nur so dahin gesagt, ohne genau zu wissen wovon er redet. Wäre ja nicht das erste mal.

