Artikel
2 Kommentare

SPD Friesland: Den Spieß umdrehen

Karl-Heinz Funke ist also endlich zurückgetreten. Ein überfälliger Schritt und eine Erleichterung für eine ganze Region. Wie jedoch Funke den Rücktritt verkündet und begründet hat, ist  schlicht eine Frechheit.

Statt sich still zu trollen, schreibt er noch einmal eines seiner berüchtigten Faxe. Von  “pauschalen Unterstellungen und Verurteilungen” ist darin die Rede. Von Verfolgung seiner Familie durch die Medien. Von einer Kampagne, die nicht mehr zu ertragen sei. Was für eine schräge Wahrnehmung von Realität durch einen – angeblichen – Medienprofi, angesichts erdrückender Faktenlage und selbst von schärfsten Kritikern regelmäßig wiederholten Lobes für die Lebensleistung.

Wie kann man in Funkes Lage ernsthaft noch die Schuld bei anderen suchen? Für die Vorgänge beim OOWV (verschleierte Rechnungen, eigenmächtige Gehaltserhöhungen, offenkundige Irreführung von Vorstandskollegen und Verbandsversammlung) lassen doch nur zwei Deutungsmuster zu:

Entweder Funke war mit der Aufgabe des [Weiterlesen]

Artikel
1 Kommentar

Funke: -/-

Falls sich jemand wundert, warum ich mich zur Causa Funke nicht mehr äußere: Mir fehlen schlicht die Worte, ob der neuerlichen pikanten Details. Meine Hoffnung auf einen guten Kern hinter der schmutzigen Schale schwindet.

Viel schwerer als die Enttäuschung über den guten Kerl “Kalle” wiegt jedoch, dass auch wohl auch morgen wieder nirgendwo zu lesen sein wird, dass die 11 “Getreuen” aus der Vareler SPD-Fraktion endlich zur Besinnung gekommen sind. Ist das Verblendung? Oder verzweifelt tiefe Verstrickung? Für Varel ist es auf jeden Fall eine schwere Last.

Derweil gibt es einen neuen Versuch, den Kreistag zu einer Sondersitzung zusammen zu trommeln. Mir will nicht recht einleuchten, warum man gegen eine solche Sitzung sein könnte. Es geht ja nicht darum, Funke fertig zu machen, sondern darum, ihn nachhaltig aus allen Positionen zu entfernen, in denen er seine Pflichten in ähnlicher Weise missachten könnte, wie beim OOWV.

Aufmerksam zu verfolgen gilt es wohl auch den Neustart beim OOWV. Das Programm des designierten Verbandsvorstehers hört sich ganz gut an. Hoffentlich hat er Kraft, Mut und Zeit, diesen Weg bis zu Ende zu gehen und bspw. am Ende auch zu fragen, ob es einen solchen Verband zur Produktion (!) von Trinkwasser überhaupt braucht.

Artikel
2 Kommentare

Frieslands SPD distanziert sich von Funke (Update)

Die Machtbasis von Karl-Heinz Funke ist durch seine Silberhochzeitsaffäre in seinen Grundfesten erschüttert. Gleich mehrere zentrale Figuren der SPD in Friesland fordern den bislang weithin als sakrosankt geltenden amtierenden Kreistagsvorsitzenden zum Rücktritt von seinen Ämtern und Mandaten auf.

So zitiert etwa das Jeversche Wochenblatt den Kreisvorsitzen Olaf Lies, MdL mit den Worten…

“‘Ich halte es nicht für möglich, dass Funke sein Amt als Kreistagsvorsitzender weiter innehat.'”
Quelle: Jeversches Wochenblatt

In einem weiteren Artikel der Zeitung (nicht online) zeigt sich Lies irritiert über Funkes Aussage, seine Mandate stünden nicht zur Disposition, sie seien ihm schließlich vom Wähler verliehen worden. Lies sagt dazu:

“Immerhin hat der Wähler gar keine Möglichkeit, ihm diese [die Mandate] zu entziehen.”
Quelle: Jeversches Wochenblatt

Ebenfalls auf Distanz geht laut Jeverschem Wochenblatt die Vorsitzende der Kreistagsfraktion Ulrike Schlieper. Sie gewährt Funke Bedenkzeit über die Feiertage. Wenn dann aber keine deutlichen Signale kommen, will sie handeln:

“Wir werden nicht abwarten, bis andere etwas unternehmen.”
Quelle: Jeversches Wochenblatt

Und selbst der Landrat Sven Ambrosy lässt sich in dem Artikel mit den Worten, “Alle erwarten, dass er [Funke] was macht”, zitieren.

In der Wilhemshaver Zeitung schließlich kommt der nie um deutliche Worte verlegene Fraktionsvorsitzender der SPD im Rat der Stadt Schortens, Peter Torkler zu Wort. Dort heißt es unter anderem:

“Es gehe nicht mehr darum, weiteren politischen Schaden von Karl-Heinz Funke, sondern Schaden von der Partei abzuwenden, so Torkler. Der zarte Aufbau des Vertrauengewinns nach vielen Tiefs im Ansehen bei den Bürgern dürfe nicht wieder zerstört werden.”
Quelle: Wilhelmshavener Zeitung

Funke ficht das alles offenbar nur wenig an. Die NWZ berichtet morgen, dass er erst im nächsten Jahr entscheiden will. Offenbar sucht er noch nach einem Weg, seinen Verbleib in der Politik abzusichern.

Man darf gespannt sein, wie die Öffentlichkeit auf dieses Ansinnen reagiert. Immerhin zeichnet sich laut HAZ (nicht online) und Neuer Presse inzwischen ab, dass Funke und sein Geschäftsführer schon in der Verbandsversammlung Anfang Dezember an die Zahlungen anlässlich der Silberhochzeit “erinnert” worden waren und trotzdem weiter versucht haben, diesen Umstand zu verschleiern.

Von dem Prüfungsorganen angemahnte Unregelmäßigkeiten waren laut HAZ gegenüber der Verbandssammlung als Zahlungen an Bürger, die wegen Kanalbauarbeiten “besänftigt” werden mussten, abgetan worden.

Nachtrag: Die Berichterstattung der NWZ ist mittlerweile online (1, 2, 3).

Artikel
4 Kommentare

Abstieg auf den letzten Metern (Update)

Wie lange braucht es, seinen Ruf gründlich zu ruinieren? Eine Frage, die wohl nur sehr individuell beantwortet werden muss? Für den Ex-Landwirtschaftsminister, Ex-Bürgermeister und nunmehr auch Ex-Verbandsvorsteher Karl-Heinz Funke dürfte die Spanne auf ca. 12 Monate zu bemessen sein.

Am Anfang des Jahres – damals noch stellvertretender Bürgermeister seiner geliebten Heimatstadt – war Funke zwar nicht allseits beliebt, doch selbst bei erbitterten Gegnern ein weithin wegen seiner Kantigkeit und Gradlinigkeit geschätzter Politiker.

Seit heute darf man mit Fug und Recht behaupten, dass er kaum noch tiefer abstürzen kann. Als Bürgermeister abgewählt, ohne großen Erfolg im Bestreben, seine Gegner kalt zu stellen, juristisch in einer peinlichen Posse unterlegen und als hochbezahlter[Weiterlesen]

Artikel
1 Kommentar

Karl-Heinz Funke ist zurückgetreten (Umfangreiches Update)

Wie der Friebo erfahren hat, ist Karl-Heinz Funke von seinem Amt als Verbandsvorsteher des OOWV zurückgetreten. Hintergrund sind Zahlungen im Zusammenhang mit seiner Silberhochzeit.

Später mehr.

Hmm. Inzwischen ist die Meldung vom Rücktritt Funkes und des Verbandsgeschäftsführers Hans-Peter Blohm einen halben Tag alt. Informationen über die Hintergründe sind jedoch rar.

Ich kann mir schwer vorstellen, dass die Rücktritte allein wegen der 8.000 Euro Zuschuss für die Ausrichtung von Funkes Silberhochzeit erklärt wurden. Wenn man im Vorstand des OOWV keine wichtigeren Bedenken gegen Funke und die Geschäftsführung gehegt hätte, wäre sicher ein anderer – für die beiden günstigerer Weg – möglich gewesen.

Man darf also gespannt sein, was noch zu Tage treten wird.

Für Varel bedeutet die Trennung von OOWV und Funke hoffentlich vor allem Gutes. Mehrere aktuelle Entscheidungen werden auf der einen wie auf der anderen Seite von der engen Verbindung Funkes zum OOWV beeinflusst. Da besteht nun Hoffnung auf rein sachliche Abwägungen.

Karl-Heinz Funke nun noch einmal den Rat zu geben, sich aus eigenem Interesse ganz aus der Politik zurück zu ziehen, ist wohl müßig. Tja, dann wird das erst mal nichts mit der Straße.